Seit Tagen verspricht unsere Windfinderapp für heute noch einmal einen großartigen Surftag. Das ist zum Saisonende natürlich immer wichtig. Wegen der vorhergesagten Ostrichtung entscheiden wir uns für Kabbelaarsbank. Und Mina zu Liebe geht Uwe wieder zu Fuß. Es ist nur 14 Grad warm, unter großartig stellt man sich dann schon was Anderes vor, aber zum Surfen reicht es, wenn man erst einmal den inneren Schweinehund überwunden hat.
Der Wind ist zwar nicht so stark, wie eigentlich angekündigt, aber immerhin! Natürlich ist es überhaupt kein Vergleich zu unserem letzten Herbsturlaub, aber wenn man bedenkt, dass wir schon befürchtet hatten, dass alle Grenzen dicht sind und wir den Sommer im Garten bleiben müssen, wollen wir Mal nicht meckern.
Nach dem Surfen machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Durchfluss zwischen Nordsee und Grevelingermeer. Wir kennen nämlich jetzt den Trick, um ganz sicher Robben zu sehen. Bei einsetzender Flut sind dort viele Fische und das hat sich sowohl bei den Anglern als auch bei den Robben herumgesprochen. Nach genau 30 Sekunden sehen wir einen Seehund und kurz danach einen riesiges Kegelrobben-Bullen aus nächster Nähe. Also ehrlich gesagt, bin ich froh, dass ich diesem riesigen Raubtier beim Surfen noch nicht begegnet bin, zumindest nicht im hungrigen Zustand oder einem weiblichen Tier das gerade sein Junges beschützt. Glücklicherweise scheinen sie an den nur wenigen Metern entfernten Surfern kein Interesse zu haben. Die Neoprenhülle ist wohl schwer verdaulich. Hoffentlich!
Seehunde sind niedlich, wenn sie einen mit ihren riesiegen Knopfaugen ansehen.
Aber Kegelrobben, die bis zu 3 Meter lang und bis zu 300 kg schwer werden können, wirken doch sehr bedrohlich und sie sind eindeutig die besseren Schwimmer und Taucher. Das Wasser in dem Durchfluss ist extrem aufgewühlt und voller Strudel. Für Menschen ist das lebensgefährlich, aber wenn man 20 Minuten die Luft anhalten kann, ist das wohl gar kein Problem.
Und weil unser Urlaub nun bald zu Ende ist und auch kein Wind mehr vorhergesagt ist, fahren wir nach dem Surfen noch über die Zeelandbrücke nach Colljinsplaat in Nordbeveland.