Saarpolygon

In der Lockdownzeit sollte man ja eigentlich nicht reisen, aber eigentlich kommt es ja darauf an, keine sozialen Kontakte zu haben. Daran haben wir uns auch immer ganz vorbildlich gehalten. Ausgangssperre wäre für uns dagegen echt schlimm,  weil wir gerne immer wieder etwas Neues sehen und so gehörte auch das Saarpolygon auf einer alten Abraumhalde zu unserem Programm für den Winter. Die Halde ist zwar nur 200 m hoch,  allerdings ist der Aufstieg extrem steil.

Uwe stellt dann noch fest,  dass hier zukünftig sein neues Homerevier zum Fliegen sein wird.

Felsenweg

Während des Lockdown haben wir unsere kleinen Tagestouren auch auf der Elsaseite veröffentlicht, damit wir wenigstens das Gefühl haben nicht eingeschränkt zu sein. Eine große Fernreise muss ja in diesem Jahr ausfallen, aber wir haben wirklich gelernt noch einmal die kleinen Dinge in unserer Nachbarschaft zu würdigen und zu genießen.

Die Felsenwege sind schon seit vielen Jahren wegen vielerlei “Gefahren” gesperrt. Aber wenn man ein bisschen umsichtig ist, kann einem dort wirklich nichts passieren und das Gute ist, dass man dort nur wenige Leute trifft.

Manche Künstler haben ihre Spuren in den Felsen hinterlassen.

Uwe ist leicht auf die Palme zu bringen.

Wir haben hier auch einige Boulderer getroffen.

Die Sonne und die tollen Herbstfarben leisten natürlich auch einen Beitrag, um diesen Ort so wunderbar zur Geltung zu bringen. Aber früher sind wir hier immer nur hin, wenn es nach einer längeren Regenperiode Frost gab. Dann entstehen hier einzigartige Gebilde aus Eiszapfen und dann ist es hier wirklich gefährlich.

Jetzt muss man nur achtgeben welche Pilze man erntet.

Wir müssen wieder nach Hause

Also unser Bauernhof war wirklich super und sehr ruhig. Am Morgen fahren wir nach Lauffen am Neckar, wo wir eigentlich übernachten wollten. Dort ist der Stellplatz am Neckarufer leider gesperrt, obwohl das eigentlich nicht sinnvoll ist. Die Wohnmobile stehen jetzt auf dem Parkplatz. Mit unserem Auto sind wir zu dritt, mit 50 m Abstand.

Bei Lauffen am Neckar sind wir mal wieder enttäuscht, obwohl es die Geburtsstadt von Hölderlin ist, Internetauftritt ist gut, der Rest eigentlich langweilig.

Und dann geht es von hier wieder nach Hause.

1 Fasanenhof N 49° 0′ 46,8″ O 9° 11′ 14,9″
2 Historische Altstadt Laufen am Neckar N 49° 4′ 32,7″ O 9° 9′ 40,1″
3 Saarbrücken

Fachwerk und Kletterfelsen

Carmens Vater hatte Spaß an Ahnenforschung und dabei herausgefunden, dass ihre Vorfahren aus Besigheim kamen und einen Weinberg besaßen. Deshalb will sie sich diesen Ort einmal anschauen. Es ist wirklich sehr schön und gemütlich hier. Gegen einen Weinberg hier hätte sie nichts einzuwenden. Schade nur, dass man zurzeit keinen neuen Wein und Zwiebelkuchen bekommt.

Bei den Schwaben sieht man das scheinbar lockerer mit den Drogen, Hauptsache man hält sich an die Kehrwoche.

Ob dass der Turm ist, aus dem Rapunzel ihr Haar herabgelassen hat? Denn genau so stellt Carmen sich den vor.

Anschließend nutzen wir das Bilderbuchwetter für eine Wanderung zum Felsengarten.

Zuerst spazieren wir durch die Weinberge mit Blick auf den Neckar.

Und dann sehen wir die Kletterer. Es gibt hier wirklich sehr eindrucksvolle Felsformationen.

Ob wir wohl durch diesen Felsspalt passen?

Ja, so dick sind wir doch garnicht!

Wir genießen noch ein bisschen die Aussicht ins Neckartal.

Dann geht es zurück zu unserer Elsa und wir fahren zum Fasanenhof, unserem Übernachtungsplatz mit herrlichem Fernblick und einem imposanten Sonnenuntergang.

1 Sportplatz Enzweihingen N 48° 55′ 9,2″ O 8° 58′ 33,5″
2 Historisches Zentrum Besigheim N 48° 59′ 58,4″ O 9° 8′ 29,6″
3 Hessigheimer Felsengärten N 49° 0′ 6,7″ O 9° 10′ 38,3″
4 Fasanenhof N 49° 0′ 46,8″ O 9° 11′ 14,9″

Endlich wieder zurück aus der Werkstatt!

Unsere Elsa muss aus der Werkstatt abgeholt werden und die Strecke dorthin ist zwar nicht sooo weit, aber immer schlecht zu fahren, weil es Staus und Baustellen gibt. Daher ist Hin- und Rückfahrt an einem Tag zu stressig. Deshalb nutzen wir das gute Wetter und sehen uns Vaihingen an der Enz an. Es liegt an der deutschen Fachwerkstraße und die Fotos im Internet sind einfach toll.

Einzelne Häuser sind auch wirklich schön, aber wir hatten uns nach den tollen Beschreibungen im Netz mehr versprochen. Irgendwie fehlt das besondere Ambiente. Loben muss man allerdings das Tourismusbüro, man kann sowohl im Internet als auch im Ort selbst aus zahlreichen Infoboxen detailliertes Informationsmaterial zu den einzelnen Gebäuden entnehmen. Das ist wirklich vorbildlich, so haben wir das noch selten erlebt.

An einem Fußballplatz in Enzweihingen an der Enz finden wir einen Übernachtungsplatz.

Diese Bootseinstiegsstelle müssen wir uns merken, falls wir nochmal eine Paddeltour machen wollen. Man weiß ja nicht, wie lange die Pandemie noch dauert.

1 Saarbrücken
2 Sportplatz Enzweihingen N 48° 55′ 9,2″ O 8° 58′ 33,5″

Nachbesserung

Bereits in Holland haben wir einen Termin bei der Firma Woelcke vereinbart, weil es immer wieder aus unserer Dachklimaanlage und den Deckenlampen tropft. Heimsheim ist von uns aus zwar nur 200 km entfernt, aber leider auf einer ziemlich staubelasteten Strecke. Aus diesem Grund reisen wir schon einen Abend vor dem Werkstatttermin an und verbringen die Nacht in Mühlhausen.

1 Saarbrücken
2 Sportplatz Mühlhausen N 48° 48′ 5,2″ O 8° 49′ 46,1″

Fazit

Reisezeit

Ende September beginnt hier in Holland der Herbst. Wären wir eine Woche früher gefahren, hätten wir nur tolles Sommerwetter gehabt, aber wir haben ja immer gerne Wind und Sonne. Das ist hier in Holland eher selten, also mussten wir mit einer abwechslungsreichen zweiten Woche vorlieb nehmen. Angenehm an unserer gewählten Reisezeit sind die leeren Stellplätze und die Ruhe überhaupt.

Stellplätze

Wir stehen ja gerne frei und das wird hier in Holland sehr teuer. Die holländische Polizei fackelt auch gar nicht lange, gleich sind 140€ fällig. Dieses Risiko wollten wir natürlich nicht eingehen. Wir haben uns immer legale Plätze gesucht, davon haben wir einen gefunden in Sas van Gent, sonst waren wir auf Bauernhöfen, die diesen Service für Gebühren zwischen 12 und 20€ anbieten. Nicht gerade ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass im wirklich hochpreisigen Dänemark die Bauern diesen Service für 5€ anbieten. Der Vorteil dieser Bauernhofplätze ist natürlich, dass man ausgiebig heiß duschen kann und nicht wie im Womo Wasser sparen muss. Also, wir können mit dieser holländischen Lösung leben, zumindest wenn alles so leer ist wie zurzeit.

Sehenswürdigkeiten

Normalerweise kamen wir immer wenn Wind vorhergesagt war. Es ging nur ums Surfen an einem verlängerten Wochenende. Daher haben wir uns nie mit den Sehenswürdigkeiten dieser Gegend beschäftigt. Rotterdam und Den Haag scheiden wegen den Coronaeinschränkungen aus, also sehen wir uns kleine Schlösschen (Moermund und Haamstede), mittelalterliche Orte (Veere und Brouwershaven) und die tollen Riesenstrände an.

Auf dem Rückweg wollten wir durch die großartige Stadt Gent fahren, aber das müssen wir verschieben, weil es unserem Katerchen Leo nicht gut geht und wir einen Tag früher ohne Zwischenstopp nach Hause gefahren sind.

Zusammenfassung

Unsere Abenteuerlust und Freude am Entdecken von neuen, uns unbekannten Orten, wurde in diesem Jahr durch die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes ein bisschen eingeschränkt, aber im Großen und Ganzen haben wir das Beste daraus gemacht. Wir wollten im Herbst noch einmal ans Meer und da blieb außer Holland nicht viel übrig. Das klingt jetzt vielleicht etwas pessimistisch, aber wir waren zufrieden. Wir hatten Sonne, wir hatten Wind und haben Neues gesehen, also genau das, was wir am Reisen mit dem Wohnmobil lieben. Wir werden sicher noch einmal eine längere Hollandreise machen, da wir uns Vieles wegen der Deklaration als Risikogebiet verkneifen mussten. Und als Wochenendtrip für gute Windverhältnisse haben wir ja Zeeland sowieso schon immer auf der Liste.

Zum Abschluss noch einmal ein Surftag

Seit Tagen verspricht unsere Windfinderapp für heute noch einmal einen großartigen Surftag. Das ist zum Saisonende natürlich immer wichtig. Wegen der vorhergesagten Ostrichtung entscheiden wir uns für Kabbelaarsbank. Und Mina zu Liebe geht Uwe wieder zu Fuß. Es ist nur 14 Grad warm, unter großartig stellt man sich dann schon was Anderes vor, aber zum Surfen reicht es, wenn man erst einmal den inneren Schweinehund überwunden hat.

Der Wind ist zwar nicht so stark, wie eigentlich angekündigt, aber immerhin! Natürlich ist es überhaupt kein Vergleich zu unserem letzten Herbsturlaub, aber wenn man bedenkt, dass wir schon befürchtet hatten, dass alle Grenzen dicht sind und wir den Sommer im Garten bleiben müssen, wollen wir Mal nicht meckern.

Nach dem Surfen machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Durchfluss zwischen Nordsee und Grevelingermeer. Wir kennen nämlich jetzt den Trick, um ganz sicher Robben zu sehen. Bei einsetzender Flut sind dort viele Fische und das hat sich sowohl bei den Anglern als auch bei den Robben herumgesprochen. Nach genau 30 Sekunden sehen wir einen Seehund und kurz danach einen riesiges Kegelrobben-Bullen aus nächster Nähe. Also ehrlich gesagt, bin ich froh, dass ich diesem riesigen Raubtier beim Surfen noch nicht begegnet bin, zumindest nicht im hungrigen Zustand oder einem weiblichen Tier das gerade sein Junges beschützt. Glücklicherweise scheinen sie an den nur wenigen Metern entfernten Surfern kein Interesse zu haben. Die Neoprenhülle ist wohl schwer verdaulich. Hoffentlich!

Seehunde sind niedlich, wenn sie einen mit ihren riesiegen Knopfaugen ansehen.

Aber Kegelrobben, die bis zu 3 Meter lang und bis zu 300 kg schwer werden können, wirken doch sehr bedrohlich und sie sind eindeutig die besseren Schwimmer und Taucher. Das Wasser in dem Durchfluss ist extrem aufgewühlt und voller Strudel. Für Menschen ist das lebensgefährlich, aber wenn man 20 Minuten die Luft anhalten kann, ist das wohl gar kein Problem.

Und weil unser Urlaub nun bald zu Ende ist und auch kein Wind mehr vorhergesagt ist, fahren wir nach dem Surfen noch über die Zeelandbrücke nach Colljinsplaat in Nordbeveland.

Dauerregen

Also heute ist wirklich ein absolut scheußlicher Tag. Vorgeschmack auf den Winter! Es ist zwar genug Wind zum Surfen, aber so hart gesotten sind wir dann doch nicht.

Wir verlassen Bauer Broekert und stellen uns an den Pfahlbau am Brouwersdam, um keine Regenpause zu verpassen. Unseren Hundedamen macht der Regen nämlich nicht viel aus, wenn man alberne Spaßkämpfe am Strand machen kann.

Aber es gab heute definitiv keine Regenpause. Unsere App allerdings verspricht eine Pause von 5 bis 7 Uhr und es war kaum zu glauben! Genau pünktlich! Wie versprochen reißt die Wolkendecke auf und die Sonne quält sich hervor.

Um Minas Nerven zu schonen, läuft Uwe mit den Hunden zum 3 km entfernten Stellplatz in Scharendijke und Carmen bewegt das Womo dorthin. Carmen mag es ja überhaupt nicht mit Automaten zu kommunizieren, dann schon lieber mit Bauer Broekert auf Niederländisch. Aber es klappt dann doch! Dank der guten Schule von Bauer Broekert kann Carmen alle Eingaben auf die Fragen zur Zufriedenheit des Computers beantworten und zum Stellplatz fahren.

1 Minicamping Kraaijestein N 51° 41′ 8,5″ O 3° 44′ 7,7″
2 Brouwersdam N 51° 45′ 26,2″ O 3° 50′ 10,2″
3 Camperplaats Brouwersdam N 51° 44′ 12,4″ O 3° 49′ 44,1″

Fahrstrecke:
Burg-Haamstede -> Scharendijke 22 km