Ein Tag im Paradies

Die Straße nach Theth, die früher nur mit kleinen Allradfahrzeugen zu bewältigen war, ist jetzt asphaltiert. Das kann dazu führen, dass sich das einst abgeschottete Paradies schnell zum Nachteil verändert. Daher wollen wir es noch ein bisschen genießen.

Kaffee am Bachbett des Lumi, der dann zum Shala wird.

Wir brechen zu einer Wanderung zum Grunas-Wasserfall auf. Davor parken wir allerdings das Wohnmobil um. Wir können bei Einheimischen im Garten parken.

Kirche von Theth

Wir kommen noch an dem alten Gefängnis vorbei. Dort wurden Straftäter eingesperrt, um sie vor den aufgebrachten Dorfbewohnern zu schützen. Es gab hier schließlich Blutrache. Die Straftäter wurden allerdings nur so lange eingesperrt, bis der Ältestenrat ein gerechtes Urteil gesprochen hatte.

Angeblich soll die heutige Wanderung leichter sein, als die zum Blue Eye.

Zuerst geht es an der Theth entlang und dann irgendwann bergauf.

Immer wieder müssen wir den Wildbach überqueren. Vor allem für Sanna ist das wirklich nicht einfach.

Hier hätte man das Bachbett queren sollen.

Mit Pfadfindergeist finden wir eine bessere Lösung.

Schließlich sind wir am Wasserfall. Es ist Schmelzwasser, selbst ein Fußbad ist unangenehm.

Anschließend treten wir den Heimweg an.

Wieder einmal durch eine Furt!

Traditionelle Bauernhöfe

Und so lebte man hier früher einmal.

Wie man auf dieser Reliefkarte schön sehen kann, sind wir wirklich ins Hochgebirge gefahren. Der Pass liegt auf 1700 Meter und das Dörfchen Thethi, eine Streusiedlung, in einem Hochtal auf 850 Meter. Thethi hat etwa 80 Einwohner, aber die Touristen verdoppeln die Zahl locker.

1 Parking Blue Eye N 42° 21′ 12,3″ O 19° 46′ 9,0″
2 Grunas Wasserfall N 42° 22′ 38,6″ O 19° 47′ 42,9″
3 Te Sofra N 42° 23′ 16,7″ O 19° 46′ 59,5″

Heute sind wir nur ca 4 km auf unseren neuen Übernachtungsplatz Te Sofra gefahren. Von dort startet die Wanderroute zum Grunas Wasserfall mit einer Länge von 5 km. Allerdings haben wir 130 Höhenmeter mit bis zu 41% Steigung und mehrer Bachdurchquerungen dabei gemeistert.

Theth Nationalpark

Wir sind uns nicht sicher, ob es klappt, weil in den Bergen noch Schnee liegt, aber trotzdem wollen wir es wagen heute dorthin aufzubrechen. Wie man sieht, ist unser Campingplatz total europäisch und sehr gepflegt. Es ist uns schon gestern aufgefallen, dass die jungen Leute hier sehr tatkräftig daran arbeiten, in die EU aufgenommen zu werden. Die jungen Menschen sprechen sehr gut Englisch und wissen genau, was europäische Touristen erwarten.

Vor 10 Jahren war das noch anders. Ein Vorreiter in dieser Region war damals dieses Lokal.

Vau Deja ist das Zentrum der albanischen Schafskäse und Ziegenkäseproduktion. Wir wollten eine Scheibe davon kaufen. Keine Chance! Wir mussten ihn als Geschenk nehmen.

Schon von Weitem sehen wir, dass es nur noch Schneereste in den Bergen gibt.

Schafe versperren den Weg.

Der Pass ist 1650 m hoch und man könnte hier auch übernachten.

Nach dem Mittagessen geht es in den Nationalpark. Bis vor einem Jahr war diese Gegend hier noch von der Außenwelt abgeschnitten. Zumindest im langen Winter von Oktober bis Mai konnte man nicht hierher und von dort weg. Es gab hier nur vereinzelt Hirten. Die neue Straße ist sicher Fluch und Segen zugleich.

Wir finden einen tollen Stellplatz für die Nacht.

Anschließend wandern wir zum Blue Eye oder Syri e kalter, wie es auf albanisch heißt.

Der Weg ist im Prinzip leicht zu finden. Es geht immer am Wasser entlang.

Immer wieder hat man atemberaubende Ausblicke. Nur Sanna muss manchmal ihren ganzen Mut zusammen nehmen, weil es über Leitern und wackelige Holzbretter geht.

Hier kann man Elsa in der Ferne am Flussufer sehen.

Wir haben heute wieder so viel erlebt. In Bildern lässt sich das gar nicht alles festhalten.

Über solche wackeligen Brettchen musste Sanna balancieren. Anschließend von Stein zu Stein. Sie vertraut uns da absolut.

Zurück am Wohnmobil mussten wir erst einmal die Füße kühlen.

1 Agora Camping N 42° 4′ 7,0″ O 19° 41′ 9,0″
2 Qafa Buni i Thorës N 42° 23′ 18,2″ O 19° 43′ 10,2″
3 Blue Eye N 42° 21′ 51,9″ O 19° 44′ 46,3″
4 Nderlysaj N 42° 21′ 12,3″ O 19° 46′ 9,0″

Bootstour auf dem Komansee

Der Wettergott spielt mit. Wir haben strahlend blauen Himmel für unsere Bootstour.

Drin

Bis zur Fähre sind es von unserem Campingplatz noch 20 km. Für diese Strecke muss man eine Stunde einplanen. Schlaglöcher gibt es schon noch auf diesem Streckenabschnitt, aber nur solche Löcher, die man langsam durchfahren kann. Außerdem gibt es eine Verbesserung beim albanischen Straßenbau. Es geht jetzt eine Person mit Schippe die Straße entlang und füllt in die tiefsten Löcher Erde ein. Aus welchem Grund immer nur kurze Teilstücke von 100 m neu geteert werden, erschließt sich uns nicht. Auf jeden Fall ist der Straßenbau vorangekommen. Vor 10 Jahren war es viel schlimmer. Das ist das einzige Schlagloch auf der ganzen Strecke, was mit Steinen “abgesichert” ist.

Auch der Tunnel an der Staumauer ist fast schon europäisch ausgebaut.

Tunnel mit Licht? Wer braucht denn sowas?

Irgendjemand hat den albanischen Kühen und Ziegen erklärt, dass es klüger ist, Autos aus dem Weg zu gehen.

Chaotisch geht es am Bootsanleger zu.

Autofähre nach Fierze – hatten wir uns auch größer vorgestellt.
Die meisten Wohnmobilfahrer fahren mit der Fähre von Koman nach Fierze. Diese Route hat mitlerweile Kultstatus, aber wegen des schlechten Wetters im Valbona-Tal haben wir uns gegen diese Route entschieden. Wir hatten zuerst noch überlegt, Hin- und Rückfahrt als Fußgänger mit dieser Fähre zu buchen. 5 Stunden auf dem Wasser unter beengten Verhältnissen erschien uns allerdings dann doch zu lang. Im Internet haben wir uns Ausflüge mit kleineren Booten angesehen und uns schließlich zu einem Ausflug auf den Shala, einem Zufluß zum Koman See, entschieden.

Normales Chaos

Enver Hoxha ließ übrigens den Drin anstauen, um von ausländischen Importen unabhängig zu sein. Bis heute hat Albanien bei der Stromerzeugung fast zu 100% Strom aus Wasserkraftwerken. Eigentlich vorbildlich, gäbe es nicht das Müllproblem.

Kraftwerk

Diese beiden winzigen Boote sind die Verbindung nach Fierze. Von dort könnte man ins Valbonatal.

Wir haben uns entschieden in den Shala zu fahren.
Pünktlich um 10 Uhr startet unsere Tour. Mir fehlen die Worte, es ist einfach unbeschreiblich schön hier.

Zuerst ist das Tal des Drin noch sehr weit, ja die Berge sind hoch, aber in norwegischen Fjorden sieht es ähnlich aus.

Fahrt auf dem Drin

Irgendwann biegen wir in den Shala ab und es wird immer spektakulärer.

Das Wasser hat wirklich diese irre Farbe.

Wir fahren an Höhlen vorbei.

Irgendwann wird der Fluss so flach und die Strömung so stark, dass wir in kleinere Boote umsteigen müssen.

Selbst Uwe ist es zu kalt

Wasserleiche Uwe

Am Ziel unseres Bootsausflugs kann man lecker essen, hartgesottene stürzen sich ins Wasser. Man kann aber auch ganz einfach relaxen. Also dieser Tag war einfach gigantisch. So eine irre Landschaft! Einen glasklaren wilden Fluß wie den Shala gibt es leider nur noch selten auf der Welt. Anschließend geht es zurück zu Campingplatz Agora. Dieser unvergessliche Tag wird uns wohl immer im Gedächtnis bleiben.

1 Agora Camping N 42° 4′ 7,0″ O 19° 41′ 9,0″
2 Hafen Koman N 42° 6′ 31,7″ O 19° 49′ 34,7″
3 Lumi i Shales N 42° 11′ 52,6″ O 19° 48′ 27,3″

Endlich wieder Sommerwetter!

Wir hatten zwar schon zu Beginn unserer Reise in Österreich und an der Donau Sommerwetter, aber irgendwie vergisst man das so schnell. Heute ist es bereits morgens schön warm. Man kann in kurzer Hose draußen sitzen. Heute Nachmittag könnte es zwar noch einmal kurz regnen, aber wir sind das ja gewöhnt.

Wegen der leicht unbeständigen Aussichten entscheiden wir uns gegen einen faulen Strandtag und brechen zum Komansee auf.

Zuerst werden noch einmal Vorräte ergänzt. Es gibt hier mittlerweile Bäckereien und Supermärkte nach europäischen Standards, aber auch noch die traditionellen Straßenhändler. Es wirkt alles ein bisschen chaotisch und improvisiert, aber es funktioniert.

Hunde laufen hier grundsätzlich frei, aber man kann mit Kuh oder Pferd am Führstrick in der Kneipe vorbei schauen.

Waschmaschinen transportiert man hier mit dem Fahrrad. Warum auch nicht? Wir haben gesehen, dass es geht.

Wir fahren am Drin entlang in die Berge. Das haben wir vor 10 Jahren schon einmal gemacht. 50 km waren damals ein Tagesausflug. Nirgendwo konnte man anhalten. Schlaglöcher so groß wie Badewannen waren mit Steinen markiert. Im Vergleich zu diesem Abenteuer ist es diesmal echt langweilig. Kein einziges Schlagloch!

Zum Überfluss gibt es hier jetzt noch einen Campingplatz direkt am See mit leckeren albanischen Spezialitäten.

Vor 10 Jahren haben wir hier für 2 Espresso 1 € bezahlt und weil die Bedienung nicht wechseln konnte und auf keinen Fall ein Trinkgeld annehmen wollte, mussten wir den Espresso als Geschenk des Hauses annehmen.
Das hat sich vermutlich geändert. Wir dürfen jetzt sicher ein Trinkgeld geben, aber es ist immer noch wunderbar untouristisch.

In Albanien stellt man aus Rosenblättern Sirup her. Das muss ich zuhause nachmachen.

Das ist eine wunderschön verzierte albanische Aussteuertruhe.

Wir sind eigentlich hierher gekommen, weil uns seit Jahren eine Tour auf dem Lake Koman in der Nase steckt. Vor 10 Jahren war der “Fährbetrieb” gerade wegen des recht abenteuerlichen Gefährts eingestellt worden und letztes Jahr war es uns zu heiß. Dieses Jahr haben wir jetzt eine individuelle Tour gebucht. 30 € inklusive Mittagessen erscheint uns angemessen. Würden wir das Linienschiff nehmen, müssten wir 5 h fahren. Das ist uns eigentlich ein bisschen zu lang. Die Landschaft soll zwar großartig sein, weil der Komansee eigentlich kein See ist, sondern immer noch der gestaute Drin, aber wir haben Berichte von völlig überfüllten Booten gehört. Man hat dann möglicherweise keinen Sitzplatz und das wollten wir uns nicht antun.

Wir haben ja in vorangegangenen Berichten ein bisschen über das schlechte Wetter und Touränderungen gejammert, aber das ist im Nachhinein gesehen alles nicht schlimm, wenn man die Berichte über die Naturkatastrophen liest, die es in den von uns ausgelassenen Gebieten in Bosnien und Kroatien gab.

Dieses Bild hat unsere Drohne Hedwig gemacht.
Und die hier auch.

Und sie kann auch Videos!

1 Lake Shkodra Resort N 42° 8′ 21,3″ O 19° 28′ 2,9″
2 Agora Camping N 42° 4′ 7,0″ O 19° 41′ 9,0″

Alles beim Alten?

Ja! Was die Farbe des Himmels angeht, hat sich nichts geändert. Es regnet nicht mehr und der extrem starke Wind hat deutlich nachgelassen. Gestern Abend gab es Sturmwarnung auf unserer WetterApp, aber wir stehen auf der windabgewandten Seite der Halbinsel, deshalb haben wir uns keine Gedanken gemacht. Heute wollen wir durch Montenegro nach Albanien fahren. Das sind nur 185 km. Die Besichtigung von Kotor muss warten. Bei grauem Himmel macht das keinen Spaß, ebenso das Landesinnere von Montenegro. Am Lake Skoder soll angeblich die Sonne scheinen.

Ein toller Stellplatz, trotz der Widrigkeiten des Wetters!

Wir entscheiden uns dann doch für Kotor und entdecken ein einzigartiges Naturschauspiel. Eine gigantische Quelle, die aus dem Berg schießt.

Und auch Kotor gefällt uns ausgesprochen gut. Gut, weniger Touristen wären schön gewesen. Aber bei solch schönen Orten ist man halt selten alleine.

Es gibt unzählige Katzen in Kotor und Sanna wird argwöhnisch beäugt.

Dann geht es zurück an die montenegrinische Küste. Budva ist ein ausgesprochen hässlicher Touristenort, aber der ein oder andere Ort sieht doch recht nett aus.

Sveti Stefan gefällt uns, aber Kreti und Pleti und dann noch mit Wohnmobil will man dort nicht haben.

Sveti Stefan

Sveti Stefan

Anschließend fahren wir durch die Berge zum Lake Skoder. Wir finden einen wunderschönen Stellplatz, aber das verschilfte Ufer verheißt nichts Gutes. Hier wird man in der Dämmerung sicherlich aufgefressen.

Also geht es gleich über die albanische Grenze zu einem unserer Lieblingsstellplätze “Lake Shkodra Resort”.

Eigentlich ist hier ein Steg. Wegen des anhaltenden Regens ist er komplett unter Wasser.

1 Anleger Vitaljina N 42° 24′ 21,9″ O 18° 30′ 41,7″
2 Uvala Sopot N 42° 30′ 49,1″ O 18° 40′ 53,3″
3 Stari Grad Kotor N 42° 25′ 29,8″ O 18° 46′ 15,1″
4 Lake Shkodra Resort N 42° 8′ 21,3″ O 19° 28′ 2,9″

Lake Skhoder

Heute Nacht wurden wir mehr oder weniger freiwillig Teilnehmer eines 24 h Tecno-Festivals. Morgens beschwerte sich dann unser reiselustiges Katzenkind über den verspäteten Frühstücks-Service. Auf den Schreck hin, musste Uwe schon vor dem Frühstück ein Bad nehmen.

Auch hier Bunker zur Verteidigung.

Vor der Abreise kontrollieren wir sicherheitshalber noch einmal die Unterseite unserer Elsa, weil das kleine Katzenkind dort gerne herumklettert.

Uwe ist sicher, sie ist nicht da. Nach etlichen Kilometern müssen wir wegen des Gegenverkehrs kurz anhalten und hören ein klägliches Maunzen. Wir kontrollieren noch einmal die Fahrzeugunterseite und da sitzt die Maus doch tatsächlich auf dem Unterfahrschutz des Verteilergetriebes. Uwe angelt sie herunter und sie darf ein bisschen im Fußraum mitfahren. Schweren Herzens bringen wir sie zurück.

Wirklich süß war die kleine Maus. Sie wollte doch nur in ein schönes Zuhause.

In Skoder durften wir auf dem Parkplatz der Moschee parken und sogar im Vorhof Fotos machen.

Anschließend geht es nach Shkodra zur Besichtigung der Burg Rozafa.

Blick von der Burg auf die Buna

Man hat eine tolle Aussicht von der Burg und sah Feinde schon von Weitem.
Nach der Burgbesichtigung fahren wir gegen Mittag zum Lake Shkodra Ressort. Dieser schöne Campingplatz war vor 9 Jahren unsere Rückzugsort, wenn wir das normale albanische Chaos nicht mehr aushalten konnten. Es ist ruhig und friedlich hier. Wenn wir in Rente sind, kommen wir sicher wieder.

Hier an diesem Platz stehen sogar kostenlose Liegen unter Sonnenschirmen zur Verfügung. Von einem Badesteg aus kann man sich in den See stürzen.

Zum Abendessen kann man sich in das Restaurant mit Blick auf den See zurückziehen.

1 22 Beach Bar N 41° 47′ 11,7″ O 19° 36′ 11,1″
2 Kalaja e Shkodrës N 42° 2′ 46,8″ O 19° 29′ 36,8″
3 Lake Shkodra Resort N 42° 8′ 22,0″ O 19° 28′ 4,8″