Porto Palermo

Beim Frühstück ist es zwar noch sonnig, aber es sind Gewitter gemeldet. Wir werden erstmal 12 km nach Süden fahren, um Porto Palermo zu besichtigen und dann weitere Entscheidungen vom Wetter abhängig machen.

In Porto Palermo kann man eine alte Burganlage besichtigen. Außerdem gab es zu Enver Hoxhas Zeit einen geheimen U-Boot-Hafen und die ganze Gegend war militärisches Sperrgebiet

Zuerst lockt uns allerdings noch das glasklare Wasser.

Entlang der malerischen Felsküste fahren wir 12 km weiter nach Süden.

Das ist der Eingang zu dem streng geheimen U-Boot-Hafen. Angeblich hat Enver Hoxha ein Bündnis mit den Chinesen geschlossen und als die Boote dann da waren, das Bündnis aufgelöst und die U-Boote behalten. Man kann kaum glauben, dass das die Chinesen in den 1980er Jahren mit sich machen ließen.

Der Hafen ist noch militärisches Sperrgebiet

Blick auf die Bucht Palermo mit dem alten Hafen und der Festung Porto Palermo aus dem späten 17. Jahrhundert.

Wir wissen nicht, ob das Innere absichtlich nicht beleuchtet ist, um den authentischen Eindruck zu wahren.

Aussicht vom Dach der Festung

Es gibt noch einen Brunnen.

Dieser Festungstyp hat einen dreieckigen Grundriss.

Zufällig finden wir genau um die Ecke einen einfachen Stellplatz im Olivenwäldchen mit Blick nach Korfu.

Kiesstrand, ohne Müll! Leider muss man das in Albanien besonders hervorheben. Bis dieses Land tatsächlich in der EU angekommen ist, muss sich am Umweltbewusstsein noch einiges zum Positiven verändern.

Aperitif vor unserem Wohnmobil mit Sannas neuem Freund.

Wunderschöne Wildblumen

Süßer Streuner! Aber er ist ein Albaner, deshalb muss er leider hier bleiben (es gibt leider keine EU-Papiere für ihn).

Der Ort, in dem wir heute sind, ist nur eine Ansammlung von 10 oder 20 Häusern. Für den Tourismusboom gibt es aber schon einmal eine komplett überdimensionierte Flaniermeile.

Die Promenade endet auf beiden Seiten im nichts.

Wir haben uns heute 25 km weiter bewegt.

1 Jalë Rocky Beach N 40° 6′ 48,1″ O 19° 42′ 34,6″
2 Kalaja e Ali Pashës N 40° 3′ 43,8″ O 19° 47′ 26,7″
3 Camping Moskato 2 Qeparo N 40° 3′ 10,6″ O 19° 49′ 7,5″

Warten auf Bremsen

Wir frühstücken draußen und lauschen dem Plätschern der Wellen. Den weiteren Verlauf des Tages machen wir von den nervigen Biestern abhängig: Also ein Lesetag oder weiter nach Süden.

Dann kommen die Kühe und mit ihnen die Bremsen.

Wir statten der kleinen Klosterinsel noch einen Besuch ab.

Die Küste zwischen Vlora und dem Anstieg zum Pass finden wir unsäglich, Hotel reiht sich an Hotel.

Auf dem Pass kann man bis nach Korfu sehen.

Uwe geht gleich zum Gleitschirmflieger-Startplatz.

Aber leider gibt es zu wenig Wind zum Starten.

Ein bisschen unterhalb des Passes legen wir eine Mittagspause ein.

Leider sieht man, dass an der Küste an vielen Stellen gebaut wird. Es soll bald einen Tunnel durch den Llogara geben. Bei P4night sind die Stellplatzmeldungen tagesaktuell und auch hier merkt man, wie schnell Plätze verschwinden, weil hier viel gebaut wird.

Weiter geht’s abwärts zur Küste.

Es begegnen uns britische Oldtimer.

Wir haben uns einen Offroad-Platz bei Jalë ausgesucht. Beinahe wären wir schon umgekehrt. Aber dann finden wir noch ein Eckchen für uns mit eigenem Strand.

Das ist der Blick aus unserem Fenster.

Uwe nimmt an unserem Privatstrand ein Bad.

Heute sind wir 82 km gefahren.
Abends zieht es sich über dem Meer ein bisschen zu und deshalb gibt es heute kein Sonnenuntergangsbild.

1 Zvërnec Beach N 40° 31′ 34,3″ O 19° 23′ 18,0″
2 Bunker N 40° 11′ 4,0″ O 19° 35′ 34,0″
3 Jalë Rocky Beach N 40° 6′ 48,1″ O 19° 42′ 34,6″

Noch ein fauler Tag?

Der Himmel ist wieder einmal strahlend blau. Es ist angenehm warm, aber nicht heiß. Unserer Haut zuliebe frühstücken wir doch lieber im Schatten mit Blick auf die unbewohnte Insel Sazan.

Nach dem Frühstück werden wir durch eine Bremseninvasion geplagt und entscheiden uns doch, unser schönes Sonnenplätzchen zumindest tagsüber zu verlassen und zu Ausgrabungen in Apollonia zu fahren.

Appollonia wurde 588 v. Chr. von griechischen Siedlern aus Korfu und Korinth gegründet. Schnell entwickelte es sich zu einem florierenden Stadtstaat, der sogar eigene Münzen prägte. Apollonia war jahrhundertelang eine sehr bedeutende Hafenstadt und fiel später unter römische Herrschaft. Zu dieser Zeit gab es dort berühmte Philosophieschulen. Cicero lehrte hier und Oktavian, der spätere Kaiser Augustus, studierte hier. Der Niedergang der Stadt begann 234 n.Chr., weil ein großes Erdbeben den Lauf der Vjosa so dramatisch änderte, dass der Meerzugang verloren ging und große ehemals fruchtbare Gebiete versumpften.

Es wurden erst 5% der riesigen antiken Stadt ausgegraben. Wir sind total beeindruckt, was man mit den damaligen Werkzeugen bereits herstellen konnte.

Im Schatten alter Olivenbäume trinken wir den ersten Frappé dieser Reise.

Wir sind total beeindruckt von der präzisen Bauweise der alten Griechen vor 2500 Jahren.

Zur Ausgrabungsstätte gehört auch noch eine byzantinische Kapelle, die teilweise aus Steinen der hellenistischen Stadt erbaut wurde.

Ikonostase

Im Inneren des Klosters gibt es ein total spannendes Museum mit Fundstücken aus der Stadt Apollonia. Viele Stücke wurden während des 2. Weltkriegs von Deutschen geraubt, später durch Enver Hoxa zerstört. Was jetzt noch im Museum zu sehen ist, sind wohl eher die Gegenstände, denen niemand Beachtung schenkte. Uns beeindruckt es sehr. Systematische Grabungen fanden erstmals in den 1930er Jahren statt. Vieles entdeckte man erst 1990 und man kann deutlich erkennen, dass das Areal, in dem sich Bauwerke befinden, noch sehr viel größer sein muss.

Was muss das für eine Arbeit gewesen sein.

Säulenkapitele

Reich verzierte Gefäße aus dem 5. Jahrhundert vor Christus

Pinzetten, die 2500 Jahre alt sind.

Kinderspielzeug

Abstieg in den Hades

Unter der Kapelle hat man noch eine frühchristliche Kapelle aus dem 4. Jahrhundert n.Chr. mit tollen Mosaiken gefunden.

Sanna interessiert sich hauptsächlich für andere Hunde.

Heute arbeiten wir unser Kulturprogramm ab. Wir fahren zu einem weiteren Kloster aus dem 13. Jahrhundert (Ardenica).

Ursprünglich hatten wir darüber nachgedacht auf einem Weingut hier zu übernachten, aber der Stellplatz überzeugt uns nicht. Dann doch lieber noch einmal zum Strand.

Kurz vor unserem Ziel entdecken wir noch dieses Hochzeitspaar mit Fotograf. Man möchte ihnen zurufen:
“Seid ihr schon am ersten Tag eurer Ehe so verzweifelt, dass ihr euch vor den Zug werfen wollt?”

Die Strecke wird noch befahren.

Nach einem sehr ereignisreichen Tag, außer Kultur musste Uwe noch 2 Autos retten, die sich im Sand eingebuddelt hatten, nimmt er noch ein Bad in der Adria.

Ich sehe ihn auch nicht mehr, aber er ist ein guter Schwimmer.

Carmen konnte wieder einmal nicht widerstehen und musste einen Sonnenuntergang fotografieren.

Es sieht übertrieben kitschig aus. Aber so war es eben.

1 Zvërnec Beach N 40° 31′ 34,3″ O 19° 23′ 18,0″
2 Apollonia N 40° 43′ 15,5″ O 19° 28′ 16,3″
3 Manastiri Ardenica N 40° 49′ 7,1″ O 19° 35′ 33,6″

Ausspannen in Zvernec

Heute wollen wir nur 110 km weiter nach Süden zu einem absoluten Traumstrand. Dort waren wir letztes Jahr schon einmal und natürlich hoffen wir, dass es dort noch genauso schön ist. In den nächsten Tagen ist Strandwetter vorausgesagt, daran sollte es also nicht scheitern. Hier in der Region Spille gefallen uns die Strände nicht so gut, weil es Strandkneipen gibt und der Sand zwar fein, aber mittelbraun ist. Gut! Das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau.

Wir schauen den Fischern zu.

Sieht nicht gerade üppig aus.

Wir fahren vorbei an der Klosterinsel zu unserem heutigen Tagesziel.

Klosterinsel

Ziegen kommen hier auch hin und wieder vorbei.

Abends machen wir mit Sanna noch einen Spaziergang zu den Klippen am Rand der Bucht.

Gestern war es noch kitschiger!

Nicht jedermanns Sache! Aber ich kann bei Sonnenuntergänge einfach nicht widerstehen.

1 Spille Beach N 41° 4′ 39,4″ O 19° 27′ 30,4″
2 Zvërnec Beach N 40° 31′ 34,3″ O 19° 23′ 18,0″

Große Planänderung

Bereits vor der Corona Pandemie hatten wir geplant Bosnien und Montenegro mit seinen Nationalparks zu besuchen. Im Frühjahr 2020 sollte es losgehen. Dann waren die Grenzen dicht und anstatt auf der Una paddelten wir auf der Saar. Jetzt dürfen wir endlich wieder reisen und wieder machen uns die Naturgewalten einen Strich durch die Rechnung. Sicherheitshalber hat die Reiseleitung noch einmal alle Wetterdaten für das Bergland von Bosnien und Montenegro gecheckt und festgestellt, dass es dort extrem heiß und auch immer wieder gewittrig sein soll. Nur an der Küste bleibt es angenehm mit ungefähr 25 Grad. Im Landesinneren dagegen sind es weit über 30 Grad. Also reißen wir jetzt das Ruder herum und fahren weiter an der Küste entlang, erstmal nach Süden. Heute verbringen wir erst einmal einen weiteren Tag am Zvernec Strand.